Ein Junge, 12 Jahre alt, kommt in der Kindertrauergruppe auf eine unserer Mitarbeiterinnen zu.
Er fragt, ob er zur Beerdigung der Freundin seiner Mutter gehen soll, die auch er gut kennt.
Keine schnelle Antwort.
Stattdessen gemeinsames Sortieren.
Was spricht dafür?
Was spricht dagegen?
Was fühlt sich für dich stimmig an – und was eher nicht?
Der Junge findet keine klaren Argumente.
Er weiß es einfach nicht.
Dann eine andere Frage:
Wie war es für dich, dass deine Freunde bei der Beerdigung deines Vaters da waren?
Die Antwort kommt ohne Zögern:
Das hat sich gut angefühlt.
Darin liegt bereits viel.
Verbundenheit.
Nicht allein sein.
Anteilnahme.
Dieser Junge hat schon viel erlebt:
den Tod seiner Großeltern, den Verlust seines Vaters.
Er kennt Abschiede.
Und genau dadurch hat sich etwas in ihm entwickelt –
die Fähigkeit, Anteil zu nehmen.
Anteilnahme ist keine Selbstverständlichkeit.
Sie wächst aus Erfahrung, aus Beziehung, aus dem Erleben, selbst getragen worden zu sein.
Wenn Kinder solche Überlegungen anstellen, zeigt sich darin eine große Reife.
Nicht, weil sie „müssen“.
Sondern weil sie spüren:
Ich darf dabei sein!
Als Zeichen von Verbundenheit.